Schenken und beschenkt werden will gelernt sein

Wer Geschäftsfreunde zum Essen einlädt, Fußballkarten verteilt und teure Geschenke überreicht, kann sich und dem Beschenkten leicht Ärger mit dem Fiskus bescheren.

Wer Geschenke annimmt sollte genau wissen, was die Steuergesetze dazu vorschreiben. Und wer als Schenkender Unannehmlichkeiten für den Beschenkten vermeiden will, sollte sich ebenfalls damit befassen.

2007 entstand eine gesetzliche Grundlage für die Pauschalbesteuerung von Sachzuwendungen an Firmenfremde. Wer dem Beschenkten die Versteuerung von geldwerten Vorteilen ersparen will, kann für ihn die anfallende Einkommensteuer mit einem Pauschalsteuersatz von 30 Prozent übernehmen; zu dieser Steuer kommen noch der Solidaritätszuschlag und eventuell pauschale Kirchensteuer.

Streuwerbeartikel

Entscheidet sich ein Unternehmer dafür, Geschenke an Firmenfreunde mit dem pauschalen Steuersatz von 30 Prozent zu versteuern, darf er Geschenke, die in der Anschaffung oder Herstellung nicht mehr als 10 Euro kosten, aus der Pauschalierung ausklammern. Die Finanzverwaltung bezeichnet solche geringwertigen Sachzuwendungen als „Streuwerbeartikel“. Wenn aber die Wertgrenze von 10 Euro überschritten wird, greift die Pauschalversteuerung für alle Geschenke eines Jahres, und das auch, wenn das Geschenk zum Beispiel einen Werbeaufdruck enthält.

Wer anderen Geschenke macht, kann sich damit selbst auch Freude machen. Denn Sachzuwendungen an Firmenfremde bis 35 Euro sind für den Schenkenden steuerlich voll abzugsfähig. Er erhält die Vorsteuer zurück und kann den Nettobetrag als Betriebsausgabe absetzen. Auch die für den Empfänger übernommene Steuer für Geschenke im Wert von mehr als 35 Euro kann als Betriebsausgabe abgesetzt werden. Allerdings verlangt der Fiskus, dass Datum, die Empfänger, Wert und Anlass auf einem gesonderten Aufwandskonto aufgezeichnet werden.

Geschäftsessen

Wer andere zum Essen einlädt, kann dies ebenfalls steuerlich geltend machen. Um ein Geschäftsessen handelt sich der Termin nur, wenn auch Geschäftspartner teilnehmen und das geschäftliche Interesse eindeutig im Vordergrund steht – wie etwa bei der Festigung bestehender oder der Anbahnung neuer Geschäftsbeziehungen. Das einladende Unternehmen kann sich die gesamte Vorsteuer erstatten lassen, aber nur 70 Prozent der Nettoausgaben als Betriebsausgabe ansetzen. Der Einladende muss den geschäftlichen Anlass der Bewirtung darlegen und alle Teilnehmer an der Bewirtung dokumentieren.