Schuldzinsen als nachträgliche Werbungskosten



Schuldzinsen für den Erwerb oder die Renovierung einer vermieteten Immobilie sind als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abziehbar. Die Frage, ob Schuldzinsen auch nach der Beendigung der Vermietung als sogenannte nachträgliche Werbungskosten abziehbar sind, war bzw. ist allerdings umstritten.

Schuldzinsen im Zusammenhang mit dem Erwerb oder Bau des Mietobjekts

Auch nach der Beendigung der Vermietung können Schuldzinsen für ein Darlehen, welches der Finanzierung von Anschaffungs- oder Herstellungskosten diente, als nachträgliche Werbungskosten geltend gemacht werden, wenn der Verkauf des Mietobjekts nach § 23 EStG steuerpflichtig war, und soweit der erzielte Verkaufspreis nicht zur Tilgung des Darlehens ausgereicht hat. Dieser Ansicht hat sich zwischenzeitlich auch die Finanzverwaltung angeschlossen. Die Frage des Werbungskostenabzugs ist insoweit geklärt.

Weiterhin umstritten hingegen ist der Abzug von nachträglichen Werbungskosten dann, wenn keine nach § 23 EStG steuerpflichtige Veräußerung erfolgte. Nach Auffassung der Finanzverwaltung ist der nachträgliche Werbungskostenabzug in diesen Fällen ausgeschlossen.

Das Finanzgericht Niedersachsen hat den nachträglichen Schuldzinsenabzug jedoch auch für den Fall einer nicht steuerpflichtigen Veräußerung zugelassen und damit gegen die vorstehende Verwaltungsauffassung entschieden. Aufgrund der eingelegten Revision hat der BFH nun die Möglichkeit diese Frage zu klären und für Rechtssicherheit zu sorgen.

Schuldzinsen für fremdfinanzierte Erhaltungsaufwendungen

Bisher konnten Schuldzinsen, die für darlehensfinanzierte, sofort abzugsfähige Erhaltungsaufwendungen anfielen, auch nach Beendigung der Vermietung als nachträgliche Werbungskosten geltend gemacht werden.

Ab dem Jahr 2014 soll dies nach dem BMF-Schreiben nicht mehr zulässig sein. Wird der bei der Veräußerung einer Immobilie erzielte Kaufpreis zukünftig nicht zur Tilgung der bestehenden Darlehensverbindlichkeiten eingesetzt, so sind insoweit auch die auf die fremdfinanzierten Erhaltungsaufwendungen entfallenden Schuldzinsen nicht mehr abzugsfähig.